Niederstadt und Befestigungsanlagen

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Ostatnia aktualizacja: 27 czerwca 2017 r.
Dantiscum-per-Matthaeum-Seutter

Nach anfänglichen, in die erste Hälfte des 16. Jh. zurückreichenden Experimenten mit der italienischen Befestigungskunst, wandte sich Danzig in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts vollständig niederländischen Vorbildern zu. Der Grund für diese Wahl erscheint offensichtlich: die Methoden zur Verteidigung der Städte und Festungen, die von den sich der Spanier erwährenden Niederländern erarbeitet wurden, entsprachen den Begebenheiten um Danzig, das am Rand des Weichseldeltas liegt, am besten. Das sich Danzig beim Bau von Stadtbefestigungen an den holländischen Erfahrungen orientierte, war im nördlichen Europa nichts Außergewöhnliches. Andere Städte, die in Tiefebenen lagen, gingen ähnlich vor. Obwohl niederländische Handwerker und Künstler seit langem in Danzig vertreten waren, brachte der Anfang des 17. Jh. ganz neue Beziehungen zwischen Danzig und den Niederlanden. Sie waren mit dem gerade beginnenden riesigen Projekt zur kompletten Modernisierung der ausgedienten und seit langem uneffektiven städtischen Befestigungsanlagen verbunden.

Wijbe-Adams.-BG-PAN
Adam Wijbe

So erschienen in Danzig die aus Alkmaar in Nordholland stammenden Willem Benning und Adrian Olbrants, die die steinerne Schleuse auf der Mottlau bauten, die es ermöglichte, beim Angriff auf die Stadt von Südosten das Werder zu fluten.  Die „Ausschreibung” für das Projekt der neuen Befestigungslinie, die Danzig vom Werder trennte, gewann Cornelius van den Bosch, der ebenfalls aus Nordholland stammte. Die Umsetzung seines Projekts wurde dem Limburger Peter Jansson aus Weerdt, Cornelius Janssen aus Doesburg in der niederländischen Provinz Gelderland und Baltzer Hedding anvertraut. So begannen die Danziger das Abenteuer mit den holländischen Befestigungsbauern, die jahrzehntelang erfolgreich fortgesetzt wurde. Unter den Menschen, die die Danziger Festungsanlagen entwarfen, ausbesserten, bauten und modernisierten, erscheinen zahlreiche Namen mit deutlich niederländischer Herkunft. Um nur einige von ihnen zu erwähnen: Wijbe Adams, Cornelius Herebouts, Ian van den Hoorn, Adolf de Klerck, Peter de Parceval. Im Ergebnis ihrer Arbeit wurde Danzig mit Wällen und Bastionen umgeben, die die Stadt über hundert Jahre lang zu einer uneinnehmbaren Festung machten.

Ohne das niederländische Know-how wäre es auch kaum möglich gewesen, die Gebiete der Schweinewiesen (der heutigen Niederstadt) trockenzulegen, die im 16. Jh. von den städtischen Festungsanlagen umschlossen wurden. Dort war u.a. der berühmteste Danziger Erfinder Adam Wijbe (oder Wijbe Adams) tätig, dank dem die feuchten Weiden schon bald mit Häusern bebaut werden konnten. Kein Stadtviertel des alten Danzig hat einst so sehr an Amsterdam erinnert, wie gerade die Niederstadt. In der Mitte der meisten Hauptstraßen dieses neuen Stadtviertels verliefen nämlich Kanäle, die das Wasser in die Mottlau ableiteten, genauso wie die, die man bis heute in vielen Städten Hollands sehen kann.