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Die erste schriftliche Erwähnung Danzigs stammt aus dem Jahr 997. Eine befestigte Hafensiedlung mit städtischem Charakter begann sich erkennbar in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts zu entwickeln.Durch die dynamische Entwicklung von Handel, Fischfang und Handwerkszünften nahm die Stadt rasch die führende Position in Pommern ein. Daran änderte auch die Übernahme Danzigs durch den Deutschen Orden im Jahr 1308 nichts. Die Stadt entwickelte sich dynamisch weiter. Die Zugehörigkeit zur Hanse (ab 1361) und die schnelle Erweiterung des Hafens waren nur einige von vielen Faktoren, die Danzig eine starke Position in Europa garantierten. Nach 1410 und der Niederlage des Deutschen Ordens bei Grunwald sprach sich die Stadt für den polnischen König aus, wurde aber erst 1457 Teil der Polnischen Republik. König Kazimierz Jagiellończyk vollbrachte für Danzig nicht nur die Einverleibung der Krone, sondern verlieh seinen Einwohnern zahlreiche Privilegien, wodurch eine 300 Jahre dauernde Blütezeit eingeleitet wurde. Die folgenden Jahre werden gewöhnlich das „goldene Zeitalter“ genannt. Das ist die Zeit, in der Danzig zu den reichsten und bedeutendsten Städten in Europa gehörte. Die im 16. Jahrhundert gewonnene Glaubensfreiheit hat die Stadt zu einem wahren Schmelztiegel der Nationen und Religionen werden lassen und dank dieser gewissen „Gemeinschaft der Verschiedenheiten“ einen weiteren Entwicklungsimpuls geliefert. Danzig war in der damaligen Zeit einer von wenigen derartigen Orten auf der Welt.Der guten Konjunktur setzten die Schwedischen Kriege und die Polnischen Teilungen im 18. Jahrhundert ein Ende. Die Stadt wurde von der Polnischen Republik abgeschnitten und 1793 Preußen angeschlossen. Es setzte ein allmählicher Niedergang ein, der schlimmste in der Geschichte, der nur für einen Augenblick von den napoleonischen Kriegen unterbrochen wurde.Im Jahr 1919 entstand kraft des Versailler Vertrags die Freie Stadt Danzig, die damit in den Kreis der führenden europäischen Häfen zurückkehrte. Leider übernahmen schon 1933 die Nationalsozialisten die Macht und der faschistische Terror in der Stadt nahm zu.Am 1. September 1939 begann hier in Danzig gegen 4.30 Uhr morgens mit Schüssen des Panzerschiffs Schleswig-Holstein der Zweite Weltkrieg, eine Zeit, die sich durch das Heldentum und Leiden der Einwohner der Stadt auszeichnete. Die heroischen Kämpfe auf der Westerplatte und das Märtyrertum der Verteidiger der Polnischen Post eröffneten ein neues, tragisches Kapitel in der Danziger Geschichte. Durch den Krieg und die besonders schweren Befreiungskämpfe wurde Danzig vollkommen zerstört. Der Wiederaufbau, der durch den vollen Einsatz der Einwohner der Stadt unterstützt wurde, dauerte mehrere Jahrzehnte. Danzig entwickelte sich wieder zum größten Ostseehafen und erhielt wieder seinen alten Glanz zurück.Zum zweiten Mal zog die Stadt die Aufmerksamkeit der Welt auf sich, als sie zu einem Synonym für die Freiheitsbestrebungen der Polen wurde.

Der tragische Dezember 1970, später der August 1980 und die Kriegsrechtszeit bildeten weitere Momente, die zu einem Symbol für den Kampf der Danziger gegen das herrschende kommunistische Regime geworden sind. Es war gerade Danzig, das zur Wiege der „Solidarität“ geworden ist, die die damalige Landkarte Europas verändert hat. Der Kreis der Geschichte hat sich geschlossen. Das heutige Danzig bildet eine halbe Million Einwohner zählende Agglomeration, in der wie einst auch heute das Leben pulsiert und die wieder die Bezeichnung „Perle des Nordens“ verdient hat.